Sophie Marceau über ihr neues Leben und den Film „Alles läuft gut“

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EDas Interview mit Sophie Marceau ist ein interessantes Beispiel dafür, wie viele ikonische Bilder aus den Parallelwelten des Films in unserer Wahrnehmung präsent sein können. Die 55-jährige Schauspielerin sitzt uns gegenüber auf dem Sofa in einem Berliner Hotel in der Nähe des Kurfürstendamms. Wir wollen über Ihren neuen Film sprechen. Und immer wieder überlagern sich die Schichten der filmischen Gegenwart und Geschichte. Schaut man genauer hin, glaubt man Bond-Gegnerin Elektra King strahlen zu sehen. Und während er lacht, sind da noch Teile von Victoire „Vic“ Beretton aus der erfolgreichen Teenie-Komödie „La Boum – Die Fete“, ihrer ersten Rolle, die sie – in diesem Fall eigentlich – über Nacht berühmt gemacht hat und durch die sie es nicht tut mehr reden wollen. Eigentlich wollte er nur über seinen neuen Film sprechen. Diesen Vorsatz warf er aber schnell über Bord. Das Theaterstück „Alles läuft gut“ handelt von Euthanasie, Regie führte François Ozon. Das Drehbuch basiert auf einer wahren Begebenheit, den Erinnerungen der Schriftstellerin Emmanuèle Bernheim, die von seinem Vater gebeten wurde, seinem Leben ein Ende zu setzen.

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Als Zuschauer fragt man sich schnell, was man in dieser Situation tun würde. Diese Frage müssen Sie sich auch gestellt haben.

Natürlich. Und ich habe auch eine Meinung zum Thema Euthanasie, wenn ich mich in einer solchen Situation befinde. Aber es ist sehr persönlich. Ich möchte mit Menschen, die mir nahe stehen, rechtzeitig darüber sprechen, aber nicht in einem Vorstellungsgespräch. Denn das ist eigentlich meine einzige Sorge, wenn ich an den Tod denke: dass ich die Menschen verlasse und wie sie mit meinem Tod umgehen werden. Ich möchte nicht, dass jemand unglücklich ist.

Was denkst du generell über Euthanasie?

Ich denke, es ist eine Sache, darüber in der Theorie zu sprechen, und eine andere, es tatsächlich in die Praxis umzusetzen. Ich habe das bei einem meiner Hunde erlebt. Er war lange Zeit sehr krank. Ich weiß das, aber ich will trotzdem nicht, dass er stirbt. Der Arzt sagt, Sie sollten erwägen, ihn einzuschläfern. Aber das ist sehr einfach gesagt. Und “einschläfern” bezieht sich nicht wirklich auf das, was Sie tatsächlich tun. Weil Sie aktiv Hunde töten. Und das will ich nicht. Ich habe es lange abgelehnt. Am Ende mussten wir, weil der arme Kerl in einem wirklich schlechten Zustand war. Aber als es wirklich soweit war, sah ich etwas anderes. Es schien, als könnte er loslassen und wäre endlich frei. Und dann dachte ich, wie konnte ich das arme Tier monatelang so leiden lassen. Aber ich will nicht, dass er getötet wird.

Weil du ihn zu sehr liebst?

Ich stimme zu. Und wie gesagt, das ist der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie ich letztendlich entscheiden soll, ob das Thema speziell für mich, für mich oder für die Menschen, die ich liebe, aufgekommen ist.

Sie sagten auch, dass Ihnen dieses Filmprojekt die Freude am Schauspielern zurückbringt. Hast du dieses Glück verloren?

Ja.

Wieso den?

Diese Arbeit macht mich müde. Deshalb habe ich mir ein paar Jahre Auszeit genommen. Und dann führe ich selbst Regie. Es war eher ein Zufall, denn plötzlich war Geld für das Projekt da. Danach habe ich nicht mehr als Schauspielerin gearbeitet. Es löst nichts mehr in mir aus. Ich finde es einfach anstrengend, all diese Energie und Emotionen produzieren zu müssen. Ich muss mich erst wiederfinden.

Was hast du die ganze Zeit gemacht?

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