Fußball-Ikone Timur Streich ist tot: der herausragendste Stürmer der DDR

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Drei Monate nach dem Tod des legendären Hans-Jürgen Dörner trauert der Ostfußball um die nächste Ikone. Joachim Streich, der einst geniale Stürmer, verlor seinen Kampf an Ostern mit einer schweren Krankheit. Wegen seiner Schlauheit wird er oft mit Gerd Müller verglichen.

Am Ostermontag wurden am Magdeburger Stadion Blumen niedergelegt, einige Fans Kerzen angezündet und Abschiedsbriefe an den Zaun gehängt. Die Botschaft ist immer dieselbe: „Ruhe in Frieden, Achim“. Mit Joachim Streich hat nicht nur der 1. FC Magdeburg eine Vereinslegende verloren, sondern der ganze Osten hat nur drei Monate nach dem Tod von Hans-Jürgen Dörner ein weiteres Fußball-Idol verloren. Am Samstagabend starb der Plattenspieler in der DDR im Alter von 71 Jahren an einer schweren Krankheit.

Einen Wiederaufstieg des 1. FC Magdeburg, wo er einst an der Seite von Jürgen Sparwasser stürmte, wird Streich nicht mehr erleben. Ein Kondolenzbuch wird bald erhältlich sein. Es wird eine seltsame Mischung aus Trauer und Freude, wenn der FCM am Sonntag im eigenen Stadion in die zweite Liga zurückkehrt.

„Wir hoffen auf Letzteres. Er ist schon lange schwer krank. In den letzten Wochen ging es bergauf und bergab“, sagte seine Frau Marita Streich. Ihr Mann, den sie 1970 kennenlernte und ein Jahr später heiratete, leidet am myelodysplastischen Syndrom, das im schlimmsten Fall zu Blutkrebs führen kann. Streich war in den letzten Wochen wegen fortgeschrittener Anämie in Behandlung und musste eine Stammzelltransplantation wegen einer Lungenentzündung verschieben.

“Mein Applaus gilt ihm für den Rest seines Lebens”

Sein ehemaliger Nationalmannschaftskollege Ralf Minge zeigte sich geschockt. „Es ist tragisch und sehr traurig, dass nach Dixie Dörner drei Monate später mit Achim Streich ein weiterer Weltklassespieler aus der DDR zu früh die Bühne des Lebens verlassen hat. Er glaubt schon zu Lebzeiten an meinen Applaus und ich bin stolz, Teil der 100 zu sein. Die internationale Torschützenkönig-Legende im Wembley-Stadion wurde auf Rasen gespielt“, sagte Minge der dpa. „Achim Streich ist nicht nur ein herausragender Stürmer, sondern auch sehr unterhaltsam mit wertvollen Geschichten und Ratschlägen, die mich während meiner gesamten Karriere begleitet haben.”

Streich, wegen seines kraftvollen Schusses auch „Strich“ genannt, kam im DDR-Trikot auf 102 Länderspiele und erzielte 55 Tore. Dazu kamen 229 Tore in 378 Spielen in der Oberliga – ein Rekord für alle Zeiten. Der kleine Junge aus der Hansestadt Wismar schnappte zunächst unter dem Radar auf. Der Verband achtete nicht auf die Treffsicherheit des Teenagers und so wechselte er freiwillig mit 16 Jahren zum FC Hansa Rostock. Streich durfte im Internat wohnen, wurde aber nicht verpflegt. Schließlich half der ältere Mitbewohner dem Stürmer, der zum herausragendsten DDR-Stürmer seiner Karriere avancierte, mit Essensmarken.

Von 1967 bis 1975 spielte Streich für den FC Hansa, musste aber zum Glück in Magdeburg nach dem Abstieg der Rostocker spielen. „Ich wollte weiter in der Oberliga spielen und zum FC Carl Zeiss Jena wechseln. Der Verein ist sehr professionell und es gibt eine Vereinbarung mit Trainer Hans Meyer. Auch für meine Frau haben sie in Jena Arbeit gefunden“, sagte Streich der Deutschen Presse. Das berichtete die Agentur kurz vor seinem 70. Geburtstag. Doch der Verein überzog und delegierte Streich an den FCM. Die Leistung wird dadurch nicht gemindert. Streich ist viermal Torschützenkönig der DDR-Oberliga und gewann mit dem FCM dreimal den FDGB-Pokal. Wegen seiner List wird er oft mit Gerd Müller verglichen, für viele ist Streich der „Gerd Müller des Ostens“.

100. Länderspiel im Wembley Stadion Stadion

„Natürlich schauen wir Samstagabends bei Sportveranstaltungen die Bundesliga. Auch Gerd Müller ist mir wegen seiner genialen Tore ein Vorbild gewesen“, sagte Streich, der bei der DDR-Wahl 1972 Olympia-Bronze gewann und 1974 an der DDR-Wahl teilnahm Games.World: „Es gab großartige Momente, sowohl national als auch international, aber mein 100. Länderspiel im Londoner Wembley-Stadion ist mir sehr in Erinnerung geblieben.“

Trotz dieser beeindruckenden Zahlen wurde Streich im Laufe seiner Karriere oft kritisiert. In der „Fuwo“, der oft schnell vergriffenen DDR-Fußballzeitschrift, werden Streichs Leistungen oft kritisiert. „Jürgen Croy wollte hinterher immer meine Moral aufbauen. Da habe ich zu ihm gesagt: „Jürgen, du musst mich nicht hochheben. Ich weiß, dass ich hier der Beste bin“, sagte Streich.

Streich blieb bis zuletzt bei Magdeburg. Eine Flucht aus der Republik war nie eine Option. Sportlich ist Streich zuversichtlich: “Ich denke, und Vergleiche mit westdeutschen Mannschaften haben gezeigt, dass ich in der Bundesliga gewinnen werde.”

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