Europa League: RB Leipzig verlor in Glasgow und verpasste das Endspiel

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Die Fußballumkleidekabine ist ein heiliger Raum voller Geheimnisse und Riten, die nur diejenigen kennen, die Zugang dazu haben. Sie haben mehr mit einem Beichtstuhl als mit einer Umkleidekabine zu tun, und in den meisten Fällen ist der Beichtvater die Person, die den Titel eines Ausrüstungswarts trägt und die im engeren Sinne dafür verantwortlich ist, die richtigen Hemden, Hosen, Socken. und Schuhe.

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Jimmy Bell ist so ein Mann, er hat über 30 Jahre für die Glasgow Rangers gearbeitet. Bis er am Dienstag unerwartet verstarb. Am Donnerstagabend treffen die Rangers im Halbfinale der Europa League auf RB Leipzig und wollen nicht nur die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel wettmachen. Aber vor allem für Jimmy gewinnen. Sie waren erfolgreich. Die Rangers gewannen mit 3:1 und erreichten das Endspiel in Sevilla, wo sie am 18. Mai auf Eintracht Frankfurt treffen. Es wird das wichtigste Spiel der Rangers seit genau 50 Jahren, als sie den Pokal der Pokalsieger in Barcelona gegen Dynamo Moskau gewannen. Für Leipzig hingegen ist die Titeloption weg. Sie haben noch Hoffnung auf den Pokalsieg. Sie treffen am 21. Mai im Finale in Berlin auf den SC Freiburg.

Der Sieg der Rangers basiert auf der Tatsache, dass ihre Mannschaft absolut nichts mit der Mannschaft zu tun hat, die letzte Woche in der Leipzig Arena auftrat. Da drüben ist Glasgow eine Art Dr. Jekyll, auf seinem Heimstadion im Ibrox Stadium, ist Mannschaftstrainer Giovanni van Bronckhorst jetzt Mr. Hyde. Ein Teamfieber, das von der ersten Sekunde an aufkam, als hätten 50.000 Zuschauer den elf Blautrikots einen Sporen ins Fleisch gebohrt. Auch in der VIP-Loge tobt die Oberschicht, obwohl sie fein gebundene Krawatten trägt, und trägt ihren Teil dazu bei, dass jedes Duell auf dem Feld mit fester Entschlossenheit im Zusammenhang mit den Wirtshauskämpfen ausgetragen wird.

Aber als die Rangers gegen Glasscherben vorgingen, stellte sich das Leipziger Team mit zerrissenen Tetra-Paks auf. In der 35. Minute verübten sie das erste Vergehen. Damals hatten die Rangers 2:0 geführt.

Leipzigs Glück dauert nur zehn Minuten

Vor allem das erste Tor war emotional sehr stark. Ryan Kent flankte auf der linken Seite und spielte einen Flachpass in den Fünfmeterraum, wo James Tavernier den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte (18.). Tavernier hatte am Vorabend erzählt, wie Kit-Manager Bell sich vor jedem Spiel die Armbinde über den Bizeps zog. Sechs Minuten später war es Glen Kamara, der aus 16 Metern zum 2:0 gegen Leipzig traf. Dem hatte RB Leipzig etwas mehr entgegenzusetzen als Schüsse seiner beiden Spanier. Als Dani Olmo seinen Höhepunkt verfehlte (28.), schlug Angeliño kurz vor der Pause Verteidiger Joe Aribo mit einem Freistoß aus. – Aribo wurde ins Gesicht geschossen, fiel und musste ersetzt werden.

Dies ist die einzige Phase, in der Trainer Domenico Tedesco mit seinem Team kommunizieren kann. In der Abgeschiedenheit ihrer eigenen Kabine waren die Zuschauer nicht zu hören. Leipzig konnte sich dann eine längere Ballbesitzphase erarbeiten. Daraus haben sich aber keine spannenden Möglichkeiten entwickelt. Ihrem Spiel fehlte lange Zeit die nötige Dringlichkeit, Zielstrebigkeit und Präzision – bis Konrad Laimer in der 70. Minute in der Mitte und allein vor Rangers-Torhüter Allan McGregor im Strafraum freigelassen wurde.

Laimer schoss den Keeper ab – und zum Glück tat sich bald eine weitere große Chance auf, während er noch damit beschäftigt war, seine Haare zu zerzausen. Denn nach Angeliños Flanke von links verlängerte Stürmer Christopher Nkunku – wer sonst? – Der Ball geht ins Tor zum 2:1-Ausgleich (70.). Damit waren die K.o.-Runden ausgeglichen. Aber nur zehn Minuten.

Eine Hereingabe von Rangers Kents Offensivpower ging immer länger – und flog mit einem Schlenker-Hochschuss an Leipzigs Schlussmann Peter Gulacsi vorbei. Verteidiger Josko Gvardiol kratzte den Ball von der Linie. Doch der landete bei John Lundstram, der flach zum 3:1 traf. Es bedeutete das einzige Endspiel – auch weil die Rangers-Profis angesichts des Todes ihres Ausrüstungsmanagers Jimmy Bell bereit waren, das Spiel ihres Lebens zu spielen.

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