Eintracht Frankfurt: Ansgar Knauff belebt die rechte Außenbahn – „Es fühlt sich großartig an“

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Die Winterneulinge drehen überzeugend die Flügel bei Eintracht Frankfurt. Den eigenen Ansprüchen auf der linken Seite wird Filip Kostic hingegen weiterhin nicht gerecht.

Frankfurt – Er genoss den Moment, fühlte sich aber auch etwas unwohl. Nach Spielende standen in der Gästeecke des Berliner Olympiastadions die meisten Frankfurter Fußballer in Ketten – nur zwei nicht: Goncalo Paciencia, ein Komiker des hessischen Bundesligisten, der in dieser Premiere kaum Fußball spielte Woche und Monat des Jahres, und Ansgar Knauff , ein glücklicher und schüchterner Neuankömmling. So drängte Paciencia Frankfurts Neuling, der im Winter aus Dortmund kam, nach vorne. Und dann stand er da, Ansgar, schaute ein- oder zweimal verlegen über seine Schulter, um zu sehen, ob jemand anderes ihm folgen würde, bevor er applaudierte und den Fans dafür dankte, dass sie mit ihm gereist waren. Der Applaus hallte erneut wider.

Ansgar Knauff hat der Eintracht am Samstag mit seiner Leistung bei Hertha BSC den Weg zum 4:1-Sieg geebnet. Mit einem Kopfball erzielte er das 1:0, mit einem Lauf über die rechte Flanke und einer Flanke am langen Pfosten startete er zum 2:0. „Es fühlt sich großartig an“, sagte er mit einem Grinsen im Gesicht, verzichtete aber darauf, sich selbst zu loben. Als er den Führungstreffer erzielte, sprang er eigentlich nur, wenn auch deutlich größer als der Berliner Verteidiger, aber eine gute Vorbereitung von Teamkollege Filip Kostic war ausschlaggebend für das Tor. “Wir haben uns von den Ergebnissen der Vergangenheit nicht im Stich lassen und in der Trainingswoche an Selbstvertrauen gewonnen”, sagte er.

Eintracht Frankfurt: Ansgar Kanuff belebt SGE-Angriff

Nicht, dass Ansgar Knauff ein wirklich herausragendes Spiel ruiniert hätte, gerade im Passspiel machte der 20-Jährige zu viele vermeidbare Fehler, wirkt zu beschäftigt, zu unruhig am Ball und bevorzugt manchmal die sicherere Variante .

Andererseits dürfte sich die Eintracht freuen, wenn sich jemand auf die rechte Außenbahn traut. Denn wer auch immer Trainer Oliver Glasner in dieser Saison lange dabei war, ob Timothy Chandler, Danny da Costa, Almamy Touré oder der nun komplett fehlende Erik Durm, der schlägt selten zu. Die Flanke wird von vielen Mitspielern sogar (unbewusst) gemieden, oft so, als wäre ein Rechtspass so etwas wie ein letzter Ausweg.

Bei Knauff war es diesmal anders. Er hatte 64 Ballaktionen, bevor er in der 83. Minute ausgewechselt wurde, mehr als die zentralen Mittelfeldspieler Kristijan Jakic und Djibril Sow. Obendrein lässt er in der Abwehr nichts anbrennen, gewinnt 71 Prozent seiner starken Zweikämpfe. Seitdem wurden weitere Einsätze und das Vertrauen des Trainers gewonnen. “Gutes Timing” sei ein Sieg, sagte Knauff mit Blick auf die kommende Europacup-Woche.

Eintracht Frankfurt: Filip Kostic kämpft um seine Form

Wird eine ausgewogenere Seitenverteilung betont, lässt sich dennoch sagen: Filip Kostic, der Mann auf der linken Seite, bleibt eine Konstante im Frankfurter Spiel. 79 Mal war er am Ball, kein Offensivspieler hatte mehr Action. Das Muster, ihm den Ball immer zuzuspielen, ist mannschaftsbedingt und nicht grundsätzlich falsch, allerdings ist ein Filip Kostic in Bestform mit Abstand der torgefährlichste Frankfurter. Aber Filip Kostic ist momentan nicht in Bestform.

Berlins Leistung war ein Schritt in die richtige Richtung, und er bereitete Knauffs 1:0-Führung vor, wie es nur wenigen Spielern in der Bundesliga gelungen ist. Dann rammte er seinen muskulösen Körper zwei-, dreimal in den Gegner, hielt den Ball am Fuß, ließ sich nicht einmal vom Rutscher bremsen und flankte genau in die Mitte. So ist Filip Kostic bekannt, und er will öfter auftreten. Klar ist aber auch, dass er nicht in optimaler körperlicher Verfassung ist.

Die Coronavirus-Erkrankung wirkte Anfang des Jahres stärker als erwartet, dazu kamen grippale Infekte. Kostic ist jemand, der von seiner Physis lebt. Er gewann nur 33 Prozent der Duelle in Berlin. Jetzt ist es ihm wichtig, den Mut nicht zu verlieren, den Körper nicht zu überlasten, sondern ihn langsam in Bestform zu bringen. Denn eines ist klar: Die Frankfurter Eintracht braucht Filip Kostic in Topform, auf die Besten kann man nicht verzichten, auch wenn Ansgar Knauff auf seine Form pocht und künftig öfter als guter Partner auflaufen soll. (Thomas Kilchenstein und Daniel Schmitt)

Nach dem Sieg bei Hertha BSC: Die Eintracht-Spieler im Einzelrückblick

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